Das Leben, Leben, Leben

Samstag, 25. Juni 2011

»...this is the life ... and your head feels twice the size...« In der Tat: Mein Kopf fühlt sich tatsächlich so an, als ob er (mindestens!) auf den zweifachen Umfang angewachsen wäre. Denn aus den Lautsprecherboxen dröhnt der Superhit von Amy MacDonald.

»...this is the life...« Nun ist mein Wohnzimmer beileibe nicht der einzige Ort, an dem dieser Song zur Zeit die Luftmoleküle tanzen lässt, aber vor 30 Minuten trällerte die gute Amy das Liedchen auch schon, vor einer Stunde bereits fragte sie sich, wo ich wohl heute Nacht schlafen würde, und vor 90 Minuten »whistlete« der »wind« auch schon die »cold dark street« hinunter, dass es nur so eine Art hatte. Denn meine Frau liebt dieses Lied.
»...this is the life...« Offenbar haben die weiblichen Mitglieder der menschlichen Gattung die Eigenart, sich ihre musikalischen Spitzenreiter kaputt zu hören. Es fängt an mit: »Ein tolles Lied! Das brauch ich!« Es geht weiter mit: Der treu sorgende Ehemann besorgt es. Und es endet mit einem halben Nervenzusammenbruch: »Muss es denn wirklich NOCH einmal sein?« »...this is the life...« Nach geschätzten 150 Durchläufen wird die CD beiseite gelegt -- und nie mehr angeschaut, geschweige denn gehört. Welche Verschwendung!

»...this is the life...« Ich flüchte aus dem Wohnzimmer. »Schrei so laut du kannst! Schrei!«, schreit Bill Kaulitz von Tokio Hotel aus dem Zimmer meiner Tochter. Und das nicht zum ersten Mal! Die Gene! Sie wird eben auch irgendwann eine Frau, da übt sie schon mal, wie sie dann Musik hören wird. Das Geschreie lässt mich kurz innehalten, da erreicht mich von hinten wieder ein »...this is the life...«-Fetzen. Ich muss hier raus. Ab ins Auto. Hoffentlich ist nicht gerade Amy im Radio. Nein, Udo, der Lindenberg, beruhigt mich: »Selbst der härteste Scheiß geht irgendwann wieder vorbei«. Danke, Udo, danke. »Ey, das ist doch klare Sache!«