Schock: Ich bin Schrott!

Samstag, 25. Juni 2011

Ich stehe unter Schock. Da denke ich, ich bin im besten Mannesalter, da haut mir eine Medienanalyse die Keule auf den Kopf: Nicht mehr lange, und ich falle aus der »werberelevanten Zielgruppe« der Privatsender heraus. Und damit auch aus dem Programmschema der Öffentlich-Rechtlichen, das ja vorsieht, die »Konzepte« der Privaten zu kopieren. Ich habe nur noch zehn Jahre! Zehn Jahre voller Angst und Panik, denn, um Himmels willen: Was kommt danach? Ich werde in ein Loch fallen. Kein (Fernseh-)Schwein ruft mich an, keine (Meinungsforschungs-)Sau interessiert sich für mich. Mir gefällt eine Sendung nicht? »Kein Problem«, wird mir beschieden werden, »sie gehören ja auch nicht zur Zielgruppe.« Ogottogott, abgeschoben in einem Alter, in dem ich bei der CDU zum Nachwuchs der »Jungen Wilden« gehören würde.

Ich werde den Fernseher nicht mehr einschalten können. Heute versüßt mir Markus Lanz noch die Freitagnacht mit seiner spannenden »Kochshow«, bekomme ich Gänsehaut bei den prickelnden Fragen von Reinhold Beckmann, zappe ich fröhlich von »Hitgiganten« zu »Superstars« und schaue begeistert mindestens 48 Stunden am Stück zu, wie ein Moderator im Zweikampf mit einem Kandidaten sein großes Ego befriedigt.
In zehn Jahren -- alles aus und vorbei. Dann werden mich die Programmmacher eiskalt unter den Tisch fallen lassen. Dann gehöre ich endgültig zur Reich-Ranicki-Fraktion, deren Mitglieder das Niveau von Andy Borg, Hella von Sinnen, Dieter Bohlen und Mario Barth einfach nicht erkennen. Nicht erkennen können.

Öde Tage und dröge Nächte erwarten mich. Wüste und Finsternis werden sich über meine Welt legen. Da hilft nur ein Hilferuf: Welcher TV-Sender wäre barmherzigerweise bereit, einen armen, verlassenen Nicht-Werberelevanten als Zuschauer zu akzeptieren? Bitte, meldet Euch. Gerne mit Bildern. Am besten bewegten.