Heinz oder Xyljodl?

Mir raucht der Kopf. Schon seit einer halben Stunde brüte ich über einer schwierigen Frage, die mir RTL 2 gestellt hat. Es ist ja seit geraumer Zeit so, dass ich nicht mehr einfach mal so zur Entspannung fernsehen kann. Nein, sobald das TV-Gerät seinen Dienst aufgenommen hat, kommt auch das Gehirnschmalz ins Rotieren, denn zu jeder Sendung, die 30 Minuten oder länger geht, gibt es heute eine Preisfrage, die mich unter Gewinn-Druck setzt.

Jetzt rutsche ich unruhig auf meinem Sessel hin und her und könnte sage und schreibe 1111 Euro abräumen - bei nur 98 Cent Einsatz! Leider muss ich dazu aber herausbekommen, ob das männliche Schwein »A: Eber« oder »B: Rüde« heißt. Knifflig. Ungefähr so verzwickt wie die Frage, was im Herbst von den Bäumen fällt - die Äste oder die Blätter? Oder was man im Auto immer dabei haben muss - Verbandskasten oder Regenzeug? Oder was Camper brauchen - Heringe oder Karpfen?

So geht es tagein, tagaus, und meine Flimmerkiste quält mich mit immer neuen, hochkomplexen Fragen, deren Beantwortung ohne abgeschlossenes Studium beinahe unmöglich scheint. Da geht es um den Kaiser oder Bomber Franz Beckenbauer - oder es stellt sich die Frage, um was es sich in der Sendung »Teufels Küche« wohl alles dreht; eine kleine Hilfe sind nur die Buchstaben des Lösungsworts: »E - S - S - E - N«.

Benebelt von 0,5 oder 3,5 Promille, mit denen man noch ans Steuer eines Autos darf, verschwimmen die Erinnerungen an den Riesenhit »Like a Virgin«, den Maradonna 1884 in ein Mikroskop sang; an das Schmiergeld, das Kinder, denen gerade die ersten Weisheitszähne ausfallen, von ihren Eltern erhalten; an Entenhausen, wo die riesigen Schlümpfe gemeinsam mit dem kleinen Wikinger Maja in einem Schuppen Pippi Langstrumpf helfen, Holzfiguren aus Steinblöcken zu schnitzen, ehe sie auf dem größten Volksfest der Welt, dem Werderaner Baumblütenfest, maßkrügerweise der Deutschen liebstes Getränk zu sich nehmen: mit Honigwein vermischten Blasen- und Nierentee.

Verwirrt versuche ich zu ergründen: Ist eine Frau, die »guter Hoffnung« ist, geschieden? Belohnt man Hunde mit Likörchen? Lebt und ermittelt der amerikanische Privatdetektiv Magnum auf Sylt? Besteht ein Stromkabel aus Quecksilber? Beschäftigt sich die Statistik der deutschen Sprache und Literatur? Werden Blumentöpfe aus Tiramisu hergestellt? Und wenn Eltern schimpfen - schalten Kinder dann auf »Umzug«? Aaaaaah, ich brauche eine Pause!

Und wie bei jeder guten Unterhaltung auch ich in dieser Pause eine Preisfrage für Sie parat: Wie heißt ein berühmter deutscher, leider schon toter Filmschauspieler? A: Heinz Rührmann oder B: Xyljodl Bratschnhuba? Rufen Sie mich auf gar keinen Fall an! Sonst gewinnen Sie am Ende noch eine stinkende Socke mit Loch (bei Übername der gesamten Verpackungs- und Versandkosten). Links- und Rechtsweg sind natürlich so was von derart ausgeschlossen, dass es kracht. Rumms!

Schalten Sie jetzt bitte nicht ab! Zur Fortsetzung der Unterhaltung lesen Sie einfach auf Leseprobe 2 weiter!